📖 Eiskalte Brandung
Wellengang: Grenzen der Nähe
Zwei Tage nach dem Streit stand Mila vor dem Hotel, in dem Lennart abgestiegen war. Der Regen hatte endlich nachgelassen, aber die Luft war noch schwer von Feuchtigkeit. Sie atmete tief durch, ihre Finger umklammerten den Schlüsselanhänger, den sie von ihm geschenkt bekommen hatte. Sie hatte ihn nicht angerufen, nicht geschrieben – nur diese Adresse in ihrer Tasche.
Als sie die Tür zu seinem Zimmer erreichte, zögerte sie. Ihr Herz schlug hart, aber sie klopfte. Lennart öffnete, überrascht. Er sah müde aus, dunkle Ringe unter den Augen.
„Mila“, sagte er leise. Sie trat einen Schritt vor. „Ich muss mich entschuldigen.“ Lennart ließ sie herein, aber seine Haltung blieb steif. „Du musst dich nicht entschuldigen.
Du hast eine Entscheidung getroffen.“ Mila schüttelte den Kopf. „Doch. Ich hätte dich nicht ausschließen dürfen. Ich dachte, ich schütze dich, aber ich habe nur meine Angst gezeigt.“ Sie trat näher, aber er wich zurück.
„Es geht nicht um Angst, Mila. Es geht darum, dass du mich nicht in dein Leben lässt, wenn es wichtig wird. Du hast Kjells Bedingung akzeptiert, ohne mit mir zu sprechen. Du hast entschieden, dass ich nicht an deiner Seite sein darf.“ Seine Stimme war ruhig, aber seine Augen brannten.
„Ich liebe dich, aber ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, der mich in entscheidenden Momenten ausschließt.“ Mila spürte, wie ihre Kehle eng wurde. „Ich wollte dich nicht verletzen. Ich wollte nur, dass du nicht in diesen Sumpf gezogen wirst.“ „Aber ich bin schon drin“, sagte Lennart. „Ich bin Teil deines Lebens, ob du willst oder nicht.
Du kannst mich nicht einfach ausschalten, wenn es unangenehm wird.“ Mila sah zu Boden. „Du hast recht. Ich habe Fehler gemacht.“ Sie hob den Kopf. „Aber ich will nicht, dass Kjell gewinnt.
Und ich will nicht, dass wir uns verlieren.“ Lennart seufzte. „Wir brauchen eine Pause. Bis der Wettkampf vorbei ist.“ Mila nickte langsam. „Vielleicht ist das das Beste.“ Sie standen sich gegenüber, die Luft zwischen ihnen schwer.
„Ich liebe dich“, sagte Lennart leise. „Das weiß ich“, antwortete Mila. „Ich liebe dich auch. Aber ich muss das durchziehen.“ Sie trat einen Schritt näher, ihre Hand fand seine.
„Wir können das überstehen.“ Lennart schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht, ob wir das können. Aber ich will es versuchen.“ Er zog sie in eine Umarmung, ihre Stirn an seiner Schulter. Sie spürte seinen Herzschlag, schnell und unruhig.
„Wir werden eine Pause machen“, flüsterte sie. „Aber wir werden uns wiedersehen.“ Er löste sich und sah sie an. „Versprich mir, dass du auf dich aufpasst.“ Sie nickte. „Das verspreche ich.“ Sie küssten sich – ein Kuss, der nicht versöhnlich war, sondern schmerzhaft und endgültig.
Als sie sich lösten, wussten beide, dass dies ein Abschied war, zumindest für jetzt. Mila drehte sich um und ging zur Tür. Ihre Hand lag auf der Klinke, als sie noch einmal innehielt. „Bis bald, Lennart.“ Sie öffnete die Tür und trat hinaus auf den Flur.
Das Gefühl der Leere in ihrer Brust war überwältigend, aber auch ein Funke Hoffnung, dass sie es schaffen würden. Mila ging den Flur entlang, ihre Schritte hallten auf dem Marmorboden. Sie wollte nur noch weg, aber dann blieb sie stehen. Am Eingang des Hotels sah sie eine vertraute Gestalt – Kjell van der Meer.
Er betrat das Foyer und steuerte direkt auf Lennarts Zimmer zu. Als Mila geht, sieht sie, wie Kjell das Hotel betritt und Lennart anspricht, was sie misstrauisch macht.






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