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📖 Eiskalte Brandung

Der Sturz: Die offene Herausforderung

600 words

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Der Morgen in der Hamburger Reha-Klinik war grau und nass. Mila stand am Fenster ihres Zimmers und starrte auf die regennassen Straßen. Die Schlinge war abgenommen, aber ihre Schulter fühlte sich an, als würde sie bei jeder Bewegung bersten. Sie atmete tief durch, griff nach ihrem Handy und öffnete die Nachrichten. Kjells Post war immer noch da, mit tausenden Likes und Kommentaren, die sie als Lügnerin bezeichneten. Sie spürte die Wut in sich aufsteigen, aber auch eine kalte Entschlossenheit. Sie würde sich nicht unterkriegen lassen. Sie würde ihm zeigen, was sie wirklich draufhatte. Mit festem Schritt verließ sie das Zimmer und ging zum Therapieraum, wo Lennart sie bereits erwartete. Lennart stand am Eingang des Therapieraums, die Arme verschränkt, ein neutraler Ausdruck im Gesicht. Mila blieb vor ihm stehen und hielt ihr Handy hoch, auf dem das Foto von ihm und ihrem Vater zu sehen war. „Sie haben meinen Vater gekannt“, sagte sie, ihre Stimme fest. Lennart sah kurz auf das Bild, dann in ihre Augen. „Ja, ich habe ihn gekannt“, gab er zögernd zu. „Aber das ist lange her.“ Mila ließ nicht locker. „Was ist damals passiert? Warum haben Sie ihn nicht gewarnt?“ Lennart seufzte und wich ihrem Blick aus. „Wir sollten uns auf Ihre Therapie konzentrieren“, sagte er und deutete auf die Liege. „Ihre Schulter braucht jetzt Ihre volle Aufmerksamkeit.“ Mila spürte, wie ihre Wut wuchs, aber sie ließ sich widerwillig auf die Liege sinken. Während Lennart ihre Schulter untersuchte, klingelte plötzlich das Telefon im Empfangsbereich. Eine Krankenschwester rief: „Mila Jensen, ein Anruf für Sie!“ Mila stand auf und ging zum Telefon. Am anderen Ende war Kjell, seine Stimme laut und provozierend. „Mila, ich habe gehört, du bist in Hamburg. Ich biete dir an, in mein Team zu kommen. Du brauchst jemanden, der dich richtig trainiert, nicht diesen Physiotherapeuten.“ Die anderen Patienten im Raum drehten sich um. Mila war gedemütigt, aber sie ließ sich nichts anmerken. „Ich brauche deine Hilfe nicht, Kjell“, sagte sie eisig. „Und ich werde dich bei den nächsten Wettkämpfen schlagen.“ Sie legte auf und kehrte zu Lennart zurück, der die Szene beobachtet hatte. „Lass uns weitermachen“, sagte sie knapp. Nach der Sitzung, als Mila ihre Sachen packte, trat Lennart auf sie zu. Seine Hand berührte leicht ihre, und seine Stimme war leise. „Ich will dir helfen, Mila. Aber du musst mir vertrauen.“ Mila sah ihn an, verwirrt von der Wärme in seinem Blick. Sie spürte einen Funken, etwas, das sie nicht erwartet hatte. Aber dann dachte sie an das Foto und an Kjells Worte. „Vertrauen?“, fragte sie bitter. „Sie verheimlichen mir etwas.“ Lennart ließ ihre Hand los und trat einen Schritt zurück. „Es gibt Dinge, die ich dir noch nicht sagen kann“, sagte er. „Aber ich verspreche dir, dass ich nur das Beste für dich will.“ Mila nickte langsam, unsicher, ob sie ihm glauben sollte. Sie verließ den Therapieraum, aber in ihrem Kopf wirbelten die Gedanken. Sie hatte Lennarts Eingeständnis bekommen, aber nicht die ganze Wahrheit. Und sie hatte Kjells Angebot abgelehnt, sich öffentlich gegen ihn gestellt. Sie wusste, dass dies erst der Anfang war. Als Mila den Flur entlangging, bemerkte sie aus dem Augenwinkel eine Bewegung. Ein Mann stand im Türrahmen eines anderen Raumes und beobachtete sie. Er trug eine dunkle Jacke und eine Kappe, sein Gesicht war teilweise verdeckt. Mila blieb kurz stehen, aber der Mann verschwand sofort. Sie schüttelte den Kopf und ging weiter, doch ein ungutes Gefühl blieb. Lennart berührt Milas Hand und bittet um Vertrauen. In diesem Moment bemerkt Mila aus dem Augenwinkel, dass ein Unbekannter im Türrahmen steht und sie beobachtet – möglicherweise ein Journalist, der Kjells Post verfolgt.
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