Home Latest Popular Genres Analysis About
📚 My Bookshelf ⏳ Reading History Log In Sign Up
📖 Eiskalte Brandung

Der Sturz: Der Preis der Wahl

949 words

← Previous Chapter📑 ContentsNext Chapter →
Mila starrte Lennart an, die Worte hallten in ihrem Kopf nach. „Du hast meinen Vater gesehen?“, flüsterte sie. Lennart nickte, sein Blick war schwer. „Ja, an dem Tag. Ich war am Strand, als die Welle kam. Ich habe ihn gewarnt, aber er hat nicht gehört.“ Milas Herz raste. Sie wollte mehr wissen, aber Lennart schüttelte den Kopf. „Nicht jetzt, Mila. Du musst dich auf den Wettkampf konzentrieren.“ Wut stieg in ihr auf. „Wie kannst du das sagen? Das ist mein Vater!“ Sie stand auf, die Hände zu Fäusten geballt. „Ich habe ein Recht zu erfahren, was passiert ist.“ Lennart blieb sitzen, sein Gesicht war müde. „Es ist kompliziert. Bitte, vertrau mir.“ Mila lachte bitter. „Vertrauen? Du hast mir die ganze Zeit etwas verschwiegen.“ Sie drehte sich um und ging in die Dunkelheit, zum Strand hinunter. Der Sand war kalt unter ihren Füßen, als Mila zum Wasser lief. Die Wellen brachen sich rauschend, der Wind peitschte ihr die Haare ins Gesicht. Sie ließ sich auf die Knie fallen, Tränen brannten in ihren Augen. Warum hatte Lennart ihr das nie erzählt? Sie hatte ihm vertraut, hatte sich ihm geöffnet. Und jetzt das. Sie schlug mit der Faust auf den Boden, der Schmerz schoss durch ihren Arm. Sie keuchte, als die Schulter protestierte. Verdammt. Sie hatte ihr Training überstrapaziert, die Ärztin hatte sie gewarnt. Aber sie konnte nicht einfach hier sitzen und warten. Sie musste sich beweisen, musst zeigen, dass sie stärker war als ihre Verletzung. Sie rappelte sich auf und begann, Dehnübungen zu machen, doch bei jeder Bewegung zuckte der Schmerz. Sie biss die Zähne zusammen, versuchte, die Übungen durchzuziehen. Doch dann gab ihre Schulter nach, ein stechender Schmerz durchfuhr sie, und sie schrie auf. Sie taumelte, hielt sich den Arm. Tränen liefen ihr über das Gesicht, diesmal vor Schmerz und Frustration. Sie hatte alles riskiert, und jetzt hatte sie es vermasselt. Sie hörte Schritte im Sand, und dann war Lennart da. „Mila, was hast du getan?“, rief er, seine Stimme klang besorgt und wütend zugleich. Er kniete sich neben sie, seine Hände fühlten vorsichtig ihre Schulter. „Du hättest nicht trainieren dürfen.“ Mila schluchzte. „Ich musste etwas tun. Ich konnte nicht einfach dasitzen.“ Lennart seufzte. „Komm, wir gehen rein. Ich muss deine Schulter behandeln.“ Er half ihr auf, und sie stützte sich auf ihn, als sie zur Pension zurückgingen. Drinnen setzte er sie auf das Bett und holte Eis und Bandagen. Seine Berührungen waren sanft, aber bestimmt, als er ihre Schulter untersuchte. „Es ist nicht schlimmer geworden, aber du musst aufpassen.“ Mila sah ihn an, ihre Augen waren rot. „Warum hast du mir nicht erzählt, dass du meinen Vater gekannt hast?“, fragte sie leise. Lennart hielt inne, seine Hände zitterten leicht. „Weil ich Angst hatte, wie du reagierst.“ Er setzte sich neben sie, sein Blick war voller Schmerz. „Ich habe deinen Vater gewarnt, Mila. Ich habe gesehen, wie die Welle kam, und ich habe ihm zugerufen, dass er nicht rausfahren soll. Aber er hat nicht gehört. Er hat mich nicht gesehen.“ Milas Herz schlug schnell. „Und dann?“, flüsterte sie. Lennart schloss die Augen. „Dann ist er rausgefahren, und die Welle hat ihn erwischt. Ich konnte nichts tun.“ Tränen liefen über sein Gesicht. „Es tut mir so leid. Ich habe mir die ganze Zeit Vorwürfe gemacht.“ Mila starrte ihn an, ihre Gedanken wirbelten. Sie hatte immer geglaubt, sie sei schuld, weil sie ihn überredet hatte. Aber Lennart hatte ihn gewarnt. Er hatte versucht, ihn zu retten. Sie fühlte eine Welle der Erleichterung, aber auch Wut, dass er es ihr nie gesagt hatte. „Warum hast du mir das nie erzählt?“, fragte sie, ihre Stimme brüchig. Lennart wischte sich die Tränen. „Ich wollte dich nicht belasten. Und ich hatte Angst, dass du mich hasst.“ Mila schüttelte den Kopf. „Ich hasse dich nicht.“ Sie sah ihn an, und in diesem Moment überwältigten sie die Gefühle. Sie beugte sich vor und küsste ihn impulsiv. Der Kuss war überraschend, aber Lennart erwiderte ihn sofort. Seine Lippen waren weich, und Mila spürte, wie sich ihre Trauer und Wut in etwas anderes verwandelten. Sie zog sich zurück, ihre Stirnen berührten sich. „Ich weiß nicht, warum ich das getan habe“, flüsterte sie. Lennart lächelte schwach. „Ich auch nicht, aber ich bin froh.“ Er strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Es tut mir leid, dass ich es dir nicht früher gesagt habe. Ich wollte dich beschützen.“ Mila schüttelte den Kopf. „Du hast nichts falsch gemacht. Du hast versucht, meinen Vater zu retten. Das bedeutet mir mehr, als du weißt.“ Sie lehnte sich an ihn, und er legte den Arm um sie. Sie saßen eine Weile schweigend da, die Stille war tröstlich. Mila spürte, wie sich eine Last von ihren Schultern hob. Sie hatte so lange geglaubt, sie sei schuld an Vaters Tod. Aber jetzt wusste sie, dass Lennart alles versucht hatte. Sie fühlte sich ihm näher als je zuvor. „Was machen wir jetzt?“, fragte sie schließlich. Lennart sah sie an. „Wir machen weiter. Du wirst wieder gesund, und du wirst den Wettkampf gewinnen. Ich werde dir helfen.“ Mila nickte, ein Lächeln umspielte ihre Lippen. „Danke.“ Sie küsste ihn noch einmal, sanft und voller Dankbarkeit. Dann lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter, und sie saßen da, bis die Nacht kälter wurde. Mila spürte, wie sich etwas zwischen ihnen verändert hatte. Sie fühlte sich erleichtert, aber auch verletzlich. Lennart hatte ihr die Wahrheit gesagt, und sie hatte ihn geküsst. Doch in ihrem Hinterkopf war eine leise Stimme, die ihr sagte, dass dies nicht das Ende war. Sie sah ihn an, und in seinen Augen lag etwas, das sie nicht deuten konnte. Mila ist geschockt und fühlt sich betrogen, aber gleichzeitig erleichtert, dass Lennart nicht schuld ist, und sie küsst ihn impulsiv.
← Previous Chapter📑 ContentsNext Chapter →
🐦 Twitter 💬 Facebook

💬 Reader Comments

Comments are coming soon. Join the discussion about Eiskalte Brandung!