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📖 Eiskalte Brandung

Der Sturz: Die erste Spur

643 words

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Mila lag wach im Krankenhauszimmer auf Sylt. Das Licht der Nachttischlampe warf Schatten an die Wand, während sie das Handy in der Hand hielt. Lennarts Name stand in der Suchleiste, ihre Finger zitterten leicht. Sie hatte ihn gegoogelt – aus Neugier, aus Misstrauen. Die Ergebnisse spuckten alte Artikel aus: Dopingsperre, Freispruch, Karriereende. Doch dann stieß sie auf ein Foto. Es zeigte Lennart mit einer Gruppe von Surfern, alle lachend, die Arme umeinander gelegt. Und in der hinteren Reihe – ihr Herz setzte einen Schlag aus – stand ein Mann, der ihrem Vater verblüffend ähnlich sah. Das gleiche blonde Haar, die gleiche Haltung. Mila zoomte hinein, ihr Atem ging schneller. Sie spürte, wie ihr Magen sich zusammenzog. Konnte das wirklich sein? Ihr Vater hatte nie von Lennart gesprochen. Aber das Foto war Jahre alt, und die Ähnlichkeit war unverkennbar. Sie musste es wissen. Mila starrte auf das Display, ihr Herz raste. Sie speicherte das Foto in ihrer Galerie und wischte dann zur Kontaktliste. Ihre Mutter – sie musste sie anrufen. Es war spät, aber das war egal. Sie drückte auf den Namen, und nach dem dritten Klingeln meldete sich eine müde Stimme. „Mila? Ist etwas passiert?“ Mila schluckte. „Mama, ich muss dich etwas fragen. Kennst du einen Mann namens Lennart Berg?“ Es folgte eine Pause, die zu lang war. „Lennart? Nein, ich glaube nicht. Warum fragst du?“ Mila umklammerte das Handy. „Ich habe ein Foto gesehen. Er war mit Papa zusammen, glaube ich. Auf Sylt, vor Jahren.“ Ihre Mutter seufzte. „Ach, das ist lange her. Es gab viele Surfer damals. Ich erinnere mich nicht an alle.“ Mila spürte, wie ihre Mutter auswich. „Mama, bitte. Das ist wichtig.“ „Es ist spät, Mila. Wir reden morgen. Schlaf gut.“ Die Leitung wurde unterbrochen. Mila starrte auf das Display, ihr Verdacht wuchs. Warum wich ihre Mutter aus? Sie legte das Handy auf das Bett und starrte an die Decke. Sie fühlte sich allein, unsicher, aber auch entschlossen. Sie würde Lennart zur Rede stellen, sobald sie in Hamburg war. Sie würde die Wahrheit herausfinden, egal was es kostete. Der Schmerz in ihrer Schulter pochte, aber sie ignorierte ihn. Sie hatte jetzt ein Ziel. Mila schloss die Augen und versuchte, sich zu beruhigen. Lennart war nicht nur ihr Therapeut – er war vielleicht der Schlüssel zu ihrer Vergangenheit. Sie dachte an seine Worte, an seine ruhige Art, an die Art, wie er sie angesehen hatte. War da etwas in seinem Blick gewesen? Ein Wissen, das er nicht preisgab? Sie öffnete die Augen und nahm das Handy wieder in die Hand. Sie scrollte durch die Fotos, bis sie das Bild mit ihrem Vater fand. Sie zoomte hinein, betrachtete die Gesichter. Lennart sah jünger aus, aber unverkennbar. Und ihr Vater – er lächelte, unbeschwert. Ein Stich von Schuld durchfuhr sie. Sie hatte ihn zu dieser Welle überredet. Sie hatte ihn aufs Spiel gesetzt. Und jetzt tauchte dieser Mann auf, der vielleicht mehr wusste. Sie legte das Handy weg und starrte in die Dunkelheit. Sie würde Lennart nicht ausweichen. Sie würde ihn direkt fragen, wenn sie in Hamburg war. Sie würde ihn mit den Fakten konfrontieren. Und wenn er etwas zu verbergen hatte, würde sie es herausfinden. Ihr Misstrauen wuchs, aber auch eine seltsame Neugier. Wer war Lennart Berg wirklich? Und welche Rolle hatte er in ihrem Leben gespielt? Sie spürte, wie sich etwas in ihr veränderte – eine Entschlossenheit, die stärker war als der Schmerz. Sie würde die Wahrheit ans Licht bringen. Am nächsten Morgen wachte Mila früh auf. Die Sonne schien durch das Fenster, aber ihre Gedanken waren düster. Sie griff nach ihrem Handy, um die Nachrichten zu checken. Doch als sie den Bildschirm entsperrte, blieb ihr Herz stehen. Am nächsten Morgen öffnet Mila ihr Handy und sieht, dass Kjell einen neuen Post veröffentlicht hat, in dem er andeutet, sie habe sich die Verletzung nur ausgedacht, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Der Post hat bereits tausende Likes und Kommentare.
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